Ein mehrsprachiger Shop ist kein Nice-to-have – er ist dein Schlüssel zu neuen Märkten. Shopware 6 bringt alles mit, um global zu verkaufen. Aber: Nur wer die Sprachverwaltung richtig aufsetzt, vermeidet Übersetzungschaos und SEO-Fallen.


1. Die Basis: Sprache hat Ebenen

Shopware unterscheidet drei Sprachtypen – und jede spielt ihre Rolle:

  • Systemsprache: Wird bei der Installation festgelegt und bleibt unveränderlich. Sie ist der technische Fallback für alle Inhalte.

  • Administrationssprache: Steuert nur das Backend – jeder Admin kann sie individuell wählen.

  • Verkaufskanal-Sprache: Bestimmt, was Kund:innen im Frontend sehen. Hier findet die eigentliche Lokalisierung statt.

Jede Sprachversion braucht eine eigene Domain (z. B. shop.com/de). Nur so erkennt Shopware, welche Sprache im Frontend aktiv ist.
Clever: Verwandte Sprachen (z. B. Englisch GB → Englisch US) können Inhalte vererben – das spart Pflegeaufwand.

2. Inhalte übersetzen: Statisch trifft dynamisch

Textbausteine (Snippets) steuern alle festen Texte wie Buttons oder Labels. Sie sind in Sets organisiert und folgen einem klaren Fallback-Prinzip.
Neue Snippet-Sets lassen sich duplizieren, um Übersetzungen sauber zu vererben.
Entwickler können eigene JSON-Dateien (my-plugin.de.json) anlegen.

Dynamische Inhalte – also Produktnamen, Beschreibungen und Erlebniswelten – werden direkt in der Datenbank übersetzt.
Über die API liefert Shopware Übersetzungen nur, wenn der Request mit der passenden sw-language-id gesendet wird.
Tipp für Entwickler: Immer über product.translated.[value] abrufen – so greift automatisch der Fallback.

3. SEO & Lokalisierung: Kleine Details, große Wirkung

Hreflang-Tags sind Pflicht, wenn du internationale Versionen sauber indexieren willst. Shopware generiert sie nicht automatisch – also Plugin installieren oder selbst entwickeln.

Für die URL-Struktur empfehlen Profis das Subfolder-Modell (shop.com/de/):
Es bündelt SEO-Power, vermeidet Duplicate Content und ist leichter zu pflegen als viele TLDs.

4. Quick Checklist

  • Systemsprache einmalig festlegen (sie bleibt für immer!)

  • Verkaufskanäle pro Markt sauber trennen

  • Textbaustein-Sets mit Basisdateien verknüpfen

  • Dynamische Inhalte aktiv übersetzen

  • hreflang-Tags implementieren

Fazit

Shopware 6 liefert eine starke Grundlage für internationales E-Commerce – wenn man die Sprachlogik versteht.
Wer Fallbacks, Domains und SEO sauber aufsetzt, spart nicht nur Übersetzungszeit, sondern gewinnt Reichweite.
Fazit: Lokalisierung ist kein Plugin. Sie ist Strategie. 🚀


Ravindra

Software Entwickler.